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Wix Website Kosten: Baukasten oder individuell?

Wix, Jimdo, Squarespace und Co. werben mit Preisen ab wenigen Euro im Monat. Für einen Handwerksbetrieb, ein Studio oder eine Praxis klingt das nach der günstigen Lösung. Ob sie es wirklich ist, zeigt sich erst, wenn man alle Posten zusammenrechnet: Tarif, Domain, Zusatz-Apps, die eigene Arbeitszeit und die Folgekosten, wenn die Seite keine Anfragen bringt.
In diesem Ratgeber rechnen wir die echten Gesamtkosten eines Baukastens über drei Jahre durch, stellen sie einer individuell erstellten Website gegenüber und zeigen, für welche Betriebe sich welche Lösung lohnt. Alle Beträge sind Richtwerte; Tarife ändern sich, prüfen Sie die aktuellen Preise beim Anbieter.
Was ein Baukasten tatsächlich kostet
Die beworbene Zahl ist fast immer der günstigste Tarif bei jährlicher Zahlung. Mit diesem Tarif lässt sich eine Firmenwebsite meist nicht sinnvoll betreiben, denn er enthält häufig Werbung des Anbieters, keine eigene Domain oder zu wenig Speicher. Für eine geschäftliche Seite landen die meisten Betriebe in der mittleren Preisstufe.
Typische Posten, die im Monatspreis nicht stecken:
- Eigene Domain: oft im ersten Jahr inklusive, danach üblicherweise ein zweistelliger Betrag pro Jahr.
- Zusatz-Apps: Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Newsletter, Bewertungs-Widgets oder ein erweitertes Formular kosten oft monatlich extra.
- Rechtliches: Cookie-Banner mit Einwilligungsverwaltung, Datenschutzerklärung und Impressum müssen Sie selbst sauber einrichten oder über einen Generator abonnieren.
- Vorlage und Bilder: Premium-Vorlagen und Stockfotos sind teilweise kostenpflichtig.
Die größte Position: Ihre eigene Arbeitszeit
Wer mit dem Baukasten selbst baut, zahlt mit Zeit. Für eine Seite mit Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt und Rechtstexten sollten Sie realistisch 20 bis 40 Stunden einplanen, wenn Sie Texte, Bilder und Aufbau selbst erledigen. Dazu kommen laufende Pflege und Anpassungen.
Rechnen Sie diese Stunden mit einem ehrlichen Stundensatz. Wenn Ihre Arbeitsstunde im Betrieb 50 Euro bringt, sind 30 Stunden Website-Basteln rund 1.500 Euro entgangener Umsatz oder Freizeit. Dieser Posten taucht in keinem Preisvergleich auf, ist aber oft höher als alle Tarifgebühren zusammen.
Beispielrechnung über drei Jahre
Die folgende Tabelle zeigt eine grobe Gegenüberstellung für eine einfache Firmenwebsite mit fünf bis acht Seiten. Sie ist ein Rechenbeispiel, keine Marktstatistik.
| Posten | Baukasten (selbst gebaut) | Individuell erstellt |
|---|---|---|
| Einrichtung / Erstellung | 0 € (plus 30 Std. Eigenarbeit) | ca. 1.500–4.000 € einmalig |
| Tarif bzw. Hosting, 3 Jahre | ca. 700–1.100 € | ca. 150–450 € |
| Domain, 3 Jahre | ca. 50–70 € | ca. 50–70 € |
| Zusatzfunktionen / Apps, 3 Jahre | ca. 0–700 € | meist enthalten |
| Eigenarbeitszeit (30 Std. à 50 €) | ca. 1.500 € | ca. 300 € (Abstimmung, Texte liefern) |
| Summe grob | ca. 2.250–3.400 € | ca. 2.000–4.800 € |
Die Spannen überlappen deutlich. Der Baukasten ist also nicht automatisch billiger, wenn man die eigene Zeit einrechnet. Er ist günstiger im Bargeld, die individuelle Lösung günstiger in der Zeit. Einen genaueren Überblick zu Preisen finden Sie in unserem Ratgeber Website erstellen lassen: Was kostet das?.
Wo Baukästen an Grenzen stoßen
Für viele Betriebe sind es nicht die Kosten, sondern die Grenzen, die später stören:
- Ladezeit: Baukästen laden oft viel Code, den Sie nicht beeinflussen können. Das wirkt sich auf die Messwerte aus, die Google bei der Bewertung berücksichtigt.
- SEO-Spielraum: Grundlagen wie Titel, Beschreibungen und Überschriften lassen sich einstellen. Bei URL-Struktur, Schema-Markup oder feinen technischen Anpassungen sind Sie vom Funktionsumfang des Anbieters abhängig.
- Umzug: Eine Baukasten-Seite lässt sich in der Regel nicht einfach exportieren und woanders betreiben. Wer wechseln will, baut neu.
- Abhängigkeit: Preise, Funktionen und Bedingungen bestimmt der Anbieter. Erhöht er die Tarife, bleibt Ihnen nur zahlen oder umziehen.
Wo Baukästen völlig ausreichen
Fairerweise: Es gibt gute Gründe für einen Baukasten. Für eine Visitenkarten-Seite mit Kontaktdaten und Öffnungszeiten, für ein Nebengewerbe oder einen Verein, für ein zeitlich begrenztes Projekt oder zum Testen einer Geschäftsidee reicht er oft vollkommen. Wer Spaß am Gestalten hat und die Zeit mitbringt, kommt damit schnell zu einem vorzeigbaren Ergebnis.
Kritisch wird es, wenn die Website der wichtigste Kanal für neue Kunden sein soll. Dann zählen Ladezeit, Sichtbarkeit bei Google und eine klare Führung zur Anfrage, und genau dort ist die individuelle Lösung im Vorteil.
Die versteckten Folgekosten einer Seite, die nicht anfragt
Die teuerste Website ist die, die nichts bringt. Ein Beispiel: Bringt eine Seite im Monat zwei Anfragen weniger, als mit besserer Struktur und Sichtbarkeit möglich wäre, und ist ein gewonnener Auftrag im Schnitt 800 Euro wert, entgehen Ihnen rund 1.600 Euro im Monat. Gegen diese Zahl wirken die Unterschiede bei Tarifen von 15 oder 30 Euro im Monat winzig.
Stellen Sie sich deshalb nicht nur die Frage „Was kostet die Seite?“, sondern „Was soll sie mir einbringen?“. Eine Website ist ein Vertriebskanal, kein Kostenpunkt wie das Büromaterial. Wie Sie dafür sorgen, dass Besucher tatsächlich anfragen, beschreibt unser Ratgeber Warum bringt deine Website keine Anfragen?.
Entscheidungshilfe: Baukasten oder individuell?
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Soll die Website aktiv Anfragen über Google bringen? Dann spricht viel für eine individuelle Lösung.
- Haben Sie 20 bis 40 freie Stunden und Lust, die Seite selbst zu pflegen? Dann kann der Baukasten passen.
- Brauchen Sie besondere Funktionen wie Online-Terminbuchung, Mehrsprachigkeit oder Schnittstellen? Prüfen Sie, ob der Baukasten sie ohne teure Zusatzmodule bietet.
- Planen Sie, in zwei bis drei Jahren zu wachsen? Dann vermeiden Sie einen späteren Zwangsumzug, indem Sie von Anfang an auf eine Lösung setzen, die Ihnen gehört.
Einen ersten Anhaltspunkt für Ihr Projekt liefert unser Kostenrechner.
Datenschutz und Rechtliches: Wer trägt die Verantwortung?
Unabhängig vom System bleiben Sie als Betreiber für Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Einwilligung verantwortlich. Der Baukasten nimmt Ihnen diese Pflichten nicht ab. Er liefert höchstens Bausteine, die Sie korrekt ausfüllen und aktuell halten müssen.
Prüfen Sie bei jedem Anbieter, welche Dienste im Hintergrund Daten übertragen: Schriftarten von externen Servern, Statistik-Tools, eingebettete Karten oder Videos. Jede dieser Verbindungen gehört in die Datenschutzerklärung und muss gegebenenfalls über das Einwilligungsbanner gesteuert werden. Bei einer individuell erstellten Seite lässt sich vieles lokal einbinden, sodass weniger Drittanbieter beteiligt sind. Eine verbindliche rechtliche Bewertung ersetzt das nicht; im Zweifel lassen Sie Ihre Texte juristisch prüfen.
Worauf Sie bei Angeboten für individuelle Websites achten sollten
Wer sich gegen den Baukasten entscheidet, steht vor der nächsten Frage: Wie vergleiche ich Angebote? Ein niedriger Preis allein sagt wenig. Wichtiger ist, was enthalten ist.
- Eigentum: Gehört Ihnen die Website am Ende, inklusive Quellcode, Texten und Bildern? Klären Sie das schriftlich.
- Laufende Kosten: Was kosten Hosting, Wartung und kleine Änderungen pro Monat oder Jahr, und wie lange ist die Vertragsbindung?
- Leistungsumfang: Sind Texte, Bildauswahl, Rechtstexte, mobile Darstellung und grundlegende Suchmaschinen-Einstellungen enthalten oder werden sie einzeln berechnet?
- Ansprechpartner: Wer antwortet, wenn nach dem Livegang etwas nicht funktioniert, und in welcher Zeit?
- Referenzen: Gibt es Beispiele für Betriebe in Ihrer Größe und Branche, die Sie sich ansehen können?
Ein seriöses Angebot nennt Festpreise oder klare Stundenkontingente und erklärt, welche Schritte bis zum Livegang nötig sind. Unklare Pauschalen ohne Leistungsbeschreibung sind ein Warnsignal, egal ob es sich um eine Agentur oder einen Freelancer handelt.
Auch ein Zwischenweg ist möglich: Sie lassen sich ein professionelles Grundgerüst bauen und pflegen Inhalte später selbst. Das spart Einrichtungszeit, verhindert typische Anfängerfehler bei Struktur und Technik und gibt Ihnen trotzdem die Kontrolle über laufende Änderungen. Wichtig ist, dass Sie vor dem Start festlegen, wer was übernimmt, damit keine Lücken bei Updates, Backups und Sicherheit entstehen.
Fazit
Baukästen sind nicht teuer im Monat, aber selten so günstig, wie die Werbung klingt. Rechnet man Zusatzfunktionen und die eigene Zeit ein, liegen sie über drei Jahre oft in einer ähnlichen Größenordnung wie eine individuell erstellte Seite. Für Visitenkarten-Auftritte und Testprojekte sind sie eine solide Wahl. Wer über die Website neue Kunden gewinnen will, fährt meist besser mit einer Lösung, die schnell lädt, bei Google gut abschneidet und dem Betrieb selbst gehört.
Häufige Fragen zu Wix und Website-Kosten
Was kostet eine Wix-Website im Monat wirklich?
Für eine geschäftliche Seite mit eigener Domain und ohne Anbieter-Werbung liegen die Tarife je nach Anbieter und Stufe meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Monat. Hinzu kommen Domain, Apps und gegebenenfalls Premium-Vorlagen. Prüfen Sie die aktuellen Preise direkt beim Anbieter.
Ist eine Baukasten-Website schlecht für SEO?
Nein, pauschal nicht. Titel, Beschreibungen und Überschriften lassen sich meist anpassen. Der Spielraum bei Ladezeit und technischen Details ist aber kleiner als bei einer individuell erstellten Seite. Bei starkem Wettbewerb in Ihrer Region kann das den Unterschied machen.
Kann ich meine Website später vom Baukasten umziehen?
Inhalte wie Texte und Bilder können Sie übernehmen, das Design und die Struktur in der Regel nicht. Meist ist ein Neuaufbau nötig. Planen Sie das ein, wenn Sie absehen können, dass die Seite wachsen soll.
Was kostet eine individuelle Website für einen kleinen Betrieb?
Als grober Richtwert liegen einfache Firmenwebsites mit mehreren Seiten häufig im Bereich von etwa 1.500 bis 4.000 Euro einmalig, plus günstigem Hosting. Der genaue Preis hängt von Umfang, Texten, Bildern und Funktionen ab.
Für wen lohnt sich ein Baukasten?
Für kleine Visitenkarten-Seiten, Vereine, Nebengewerbe und Testprojekte, wenn Sie die Zeit zum Selbstbauen haben und keine besonderen Anforderungen an Ladezeit und Suchmaschinen-Sichtbarkeit stellen.


