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Website Relaunch SEO: Checkliste gegen Rankingverlust

Schreibtisch mit ausgedruckter Checkliste, Laptop mit Seitenstruktur-Diagramm und Kaffeetasse im Tageslicht

Ein neues Design, schnellere Technik, bessere Texte: Ein Relaunch soll die Website voranbringen. Trotzdem erleben viele Betriebe nach dem Livegang das Gegenteil. Die Anfragen brechen ein, weil Google die neuen Adressen nicht zuordnen kann, wichtige Seiten fehlen oder aus Versehen auf „noindex“ stehen. Das ist fast immer vermeidbar.

Dieser Ratgeber ist eine Checkliste für den Ablauf: was Sie vor dem Relaunch sichern, wie Sie Weiterleitungen planen, was am Tag des Livegangs zu prüfen ist und worauf Sie in den Wochen danach achten. Er richtet sich an Betriebe, die ihre bestehende Website ersetzen oder auf ein neues System umziehen.

Warum Relaunches Rankings kosten können

Google kennt Ihre Website über einzelne Adressen (URLs). Jede dieser Adressen hat über die Zeit Vertrauen, Verlinkungen und Rankings gesammelt. Ändert sich eine Adresse ohne Weiterleitung, ist sie für Google eine neue, unbekannte Seite, und die alte liefert einen Fehler. Das gesammelte Vertrauen geht dabei verloren.

Typische Ursachen für Einbrüche nach einem Relaunch:

  • URLs ändern sich, aber es gibt keine Weiterleitungen
  • Seiten mit guten Rankings werden gelöscht oder stark gekürzt
  • Titel, Überschriften und Texte werden komplett neu geschrieben
  • Die Testumgebung blieb auf „noindex“ und wurde so live geschaltet
  • Die neue Seite ist deutlich langsamer oder auf dem Handy schlechter bedienbar
  • Interne Links zeigen auf alte oder nicht existierende Adressen

Ein gewisses Schwanken in den ersten Wochen ist normal. Ein dauerhafter Einbruch ist es nicht.

Schritt 1: Ausgangslage dokumentieren

Bevor Sie etwas ändern, brauchen Sie einen Vergleichsstand. Ohne ihn können Sie später nicht beurteilen, ob der Relaunch geholfen oder geschadet hat.

  • Search Console: Klicks, Impressionen, die wichtigsten Seiten und Suchanfragen der letzten 12 Monate exportieren.
  • Analytics: Besucher, Anfragen und Kontaktformular-Abschlüsse als Basiswerte festhalten.
  • Rankings: Die Positionen für Ihre zehn bis zwanzig wichtigsten Suchbegriffe notieren.
  • Technischer Stand: Ladezeiten der wichtigsten Seiten messen, zum Beispiel mit den Core Web Vitals.

Schritt 2: Das URL-Inventar anlegen

Das URL-Inventar ist das Herzstück der Planung: eine Tabelle aller Seiten der alten Website. Holen Sie die Adressen aus der Sitemap, aus einem Crawl der Seite (zum Beispiel mit Screaming Frog, kostenlos bis 500 URLs) und aus der Search Console. Wer nur eine Quelle nutzt, übersieht Seiten.

Alte URLBesucher (12 Monate)Verlinkt von außen?EntscheidungNeue URL
/leistungen/heizung/1.200jabehalten/heizung/
/blog/alter-beitrag-2017/15neinzusammenführen/ratgeber/heizung-tipps/
/impressum/60neinbehalten/impressum/
/team-2015/3neinentfernen/ueber-uns/

Die Zahlen sind ein Beispiel. Entscheidend ist, dass jede alte Adresse eine bewusste Entscheidung bekommt: behalten, zusammenführen, umziehen oder entfernen.

Schritt 3: Inhalte, die ranken, nicht ohne Not anfassen

Seiten, die heute Besucher und Anfragen bringen, sind keine Baustelle, sondern Kapital. Übernehmen Sie deren Kerninhalte, Überschriften und Titel möglichst unverändert und verbessern Sie lieber schrittweise nach dem Livegang. So erkennen Sie später, welche Änderung welche Wirkung hatte.

Anders ist es bei Seiten ohne Besucher und ohne externe Links. Dünne oder doppelte Seiten dürfen Sie zusammenlegen oder entfernen. Das macht die Website übersichtlicher.

Schritt 4: Weiterleitungen sauber planen

Ändert sich eine Adresse, brauchen Sie eine dauerhafte Weiterleitung (301) von der alten auf die thematisch passende neue Seite. Ein paar Regeln dazu:

  • Leiten Sie jede alte URL auf das passende Gegenstück weiter, nicht pauschal alles auf die Startseite. Google wertet das oft wie einen Fehler.
  • Vermeiden Sie Ketten (A leitet auf B, B auf C). Jede alte URL sollte direkt auf das Ziel zeigen.
  • Denken Sie an Varianten: mit und ohne „www“, mit und ohne abschließenden Schrägstrich, http und https.
  • Seiten, die es bewusst nicht mehr gibt, dürfen mit einem Statuscode 410 oder einer hilfreichen 404-Seite antworten.
  • Behalten Sie die Weiterleitungen mindestens ein Jahr, besser dauerhaft.

Ob Sie die Weiterleitungen in der Serverkonfiguration (zum Beispiel in der .htaccess) oder über ein Plugin einrichten, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie sie vor dem Livegang auf der Testumgebung stichprobenartig prüfen.

Schritt 5: Technische Grundlagen auf der Testumgebung prüfen

Bauen Sie die neue Seite auf einer geschützten Testadresse und prüfen Sie dort alles, was später für Google zählt:

  • Titel (Title) und Meta-Beschreibung auf jeder Seite vorhanden und eindeutig
  • Genau eine H1 pro Seite, sinnvolle Überschriftenstruktur
  • Canonical-Tags zeigen auf die richtige, neue Adresse
  • Bilder mit Alt-Texten, in passender Größe und modernem Format
  • Interne Links verweisen auf neue Adressen, nicht auf die Testumgebung
  • Strukturierte Daten (zum Beispiel für Ihr Unternehmen) sind eingebunden
  • Ladezeit und Bedienung auf dem Handy sind mindestens so gut wie vorher
  • Die Testumgebung ist per Passwort oder „noindex“ geschützt, damit sie nicht in Google landet

Schritt 6: Der Tag des Livegangs

Planen Sie den Livegang nicht auf einen Freitagnachmittag. Besser ist ein Wochentag, an dem Sie anschließend Zeit zum Prüfen haben. Der Ablauf:

  1. Neue Website live schalten und den „noindex“-Schutz entfernen.
  2. Prüfen, ob die robots.txt nichts Wichtiges blockiert (häufiger Fehler: „Disallow: /“ von der Testumgebung).
  3. Weiterleitungen mit der Liste aus dem URL-Inventar durchtesten, zuerst die zehn wichtigsten Seiten.
  4. Neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen.
  5. Wichtige neue Seiten in der Search Console per URL-Prüfung zur Indexierung anfordern.
  6. Kontaktformular, Telefonlinks und Tracking einmal selbst auslösen und kontrollieren.

Bei einem Domainwechsel kommt die Adressänderung in der Search Console dazu. Der Wechsel auf HTTPS oder ein anderes Hosting ist dagegen unkritisch, solange die Adressen gleich bleiben. Zum Thema Hosting-Kosten finden Sie eine eigene Übersicht.

Schritt 7: Die ersten vier Wochen danach

Nach dem Livegang beginnt die Kontrolle. Schauen Sie in den ersten Tagen täglich, später wöchentlich in diese Punkte:

Was prüfenWoAuffälligkeit
Fehlerseiten (404)Search Console, SeitenindexierungAlte URLs ohne Weiterleitung
Indexierte SeitenSearch ConsolePlötzlicher Rückgang oder „Ausgeschlossen durch noindex“
Klicks und ImpressionenSearch Console, LeistungDauerhaft unter dem Ausgangswert
AnfragenAnalytics, PostfachWeniger Formularabsendungen oder Anrufe
LadezeitPageSpeed InsightsSchlechter als vor dem Relaunch

Kleine Schwankungen in den ersten zwei bis vier Wochen sind normal, weil Google die Seite neu bewertet. Bleiben die Werte danach deutlich unten, ist die Ursache fast immer in einem der oben genannten Punkte zu finden: fehlende Weiterleitungen, veränderte Inhalte oder technische Fehler.

Häufige Fehler, die Sie vermeiden können

  • Relaunch und Umzug gleichzeitig: Neues Design, neue Domain, neue Struktur und neues System auf einmal erschweren die Fehlersuche. Trennen Sie das, wenn möglich.
  • Nur die Startseite im Blick: Oft bringen tiefere Leistungs- und Ratgeberseiten den meisten Verkehr.
  • Keine Zuständigkeit: Klären Sie vorher, wer Weiterleitungen und Nachkontrolle verantwortet, Sie oder die Agentur. Das gehört in das Angebot. Eine Orientierung zu den Preisen finden Sie unter Website erstellen lassen: Kosten.
  • Lokale Daten vergessen: Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen mit Ihrem Google-Unternehmensprofil übereinstimmen, siehe lokale SEO.

Fazit

Ein Relaunch ohne Rankingverlust ist vor allem eine Frage der Vorbereitung. Wer vorher dokumentiert, ein URL-Inventar anlegt, Weiterleitungen sauber plant und nach dem Livegang konsequent kontrolliert, behält in aller Regel seine Sichtbarkeit und kann mit dem neuen Auftritt sogar zulegen. Wenn Sie Hilfe bei Planung und Umsetzung wünschen, schauen Sie sich unsere SEO-Leistungen an oder ermitteln Sie mit dem Kostenrechner einen ersten Preisrahmen. Was SEO laufend kostet, zeigt der Beitrag SEO Kosten.

Häufige Fragen zum Website-Relaunch und SEO

Verliere ich bei einem Relaunch automatisch Rankings?

Nein. Mit einem URL-Inventar, sauberen 301-Weiterleitungen und weitgehend erhaltenen Inhalten bleiben die Rankings in der Regel stabil. Kurzfristige Schwankungen von ein bis vier Wochen sind normal.

Muss ich jede alte URL weiterleiten?

Jede Seite mit Besuchern, Rankings oder externen Links sollte auf die passende neue Seite weitergeleitet werden. Bei bewusst entfernten Seiten ohne Nachfrage genügt eine 404- oder 410-Antwort.

Wie lange sollten Weiterleitungen bestehen bleiben?

Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Sie kosten kaum Leistung und fangen auch alte Verlinkungen auf, die Sie nicht kontrollieren können.

Soll ich die neue Seite vorher bei Google anmelden?

Die Testumgebung sollte gerade nicht indexiert werden. Reichen Sie die neue Sitemap erst ein, wenn die Seite live ist und der noindex-Schutz entfernt wurde.

Wann sehe ich, ob der Relaunch funktioniert hat?

Erste Tendenzen zeigen sich nach etwa zwei bis vier Wochen in der Search Console. Eine belastbare Bewertung ist meist nach zwei bis drei Monaten möglich.

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